Verlag OntoPrax Berlin

Ein Schlagabtausch

Lawrow versus Rosenberg

Übersicht

1. Der alte Fuchs und sein Opfer
2. Manipulation kraft Interpretation

Anmerkungen

 

„Man sucht ganz offensichtlich nach jedem Vorwand, um den Druck auf uns aufrechtzuerhalten. Erstens
wirken all diese Vorwände lächerlich und bedeutungslos. Zweitens haben Versuche, Druck auf
Russland auszuüben, noch nie etwas bewirkt.“

(Sergej Lawrow)

 

1. Der alte Fuchs und sein Opfer

Am Rande des 23. Treffens des Waldai-Diskussionsklubs fand am 29. September 2026 ein aufsehenerregender Schlagabtausch zwischen Sergej Lawrow und Steve Rosenberg (BBC-Korrespondent in Moskau) statt.

Rosenberg (geb. 1968) lebt und arbeitet seit fast 30 Jahren in Russland, kam bereits zur Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion 1991 ins Land und wird in Russland wegen seiner meistens tendenziösen, einseitigen und provokanten Berichterstattung und Fragestellungen angefeindet. Ab 2003 ist er Moskau-Korrespondent der BBC, unterbrochen von einer Station als Berlin-Korrespondent (2006 bis 2010), bevor er nach Russland zurückkehrte.

Rosenberg gilt als einer der dienstältesten westlichen Journalisten in Moskau, der trotz Anfeindungen russischer Medien weiterhin aus Russland berichtet und in gewohnter Manier keine Gelegenheit unterlässt, die russischen Spitzenpolitiker zu provozieren. So auch jetzt! Bei dem erwähnten Schlagabtausch konfrontierte Rosenberg Lawrow mit einer provakanten Frage, ob Moskau „die Führung eines hybriden verdeckten Krieges gegen europäische Staaten“ führe: „Geben Sie zu, dass Russland einen verdeckten hybriden Krieg gegen europäische Länder führt? Und wenn ja, zu welchem ​​Zweck?“

Lawrow ließ sich, wie man ihn kennt, nicht provozieren und konterte sarkastisch, aber mit ernster Miene mit der Gegenfrage: „Meinen Sie, wenn wir die Drohnen und Raketen zerstören, die Großbritannien und Kontinentaleuropa an die Ukraine liefern, und diese dann auf uns feuern? Meinen Sie das (mit der hybriden Kriegsführung)?“

Der Brite wurde von Lawrows Gegenfrage derart überrascht, dass es ihm die Sprache verschlug. Dazu muss man wissen, dass das Streitgespräch in Russisch verlief, da Rosenberg ein passables Russisch auch wenn mit starkem britischem Akzent spricht. Offenbar von der Gegenfrage überrumpelt, erwiderte der Brite auf Russisch völlig irritiert: „Например“ (zum Beispiel) und bestätigte damit ungewollt und unbeabsichtigt Lawrows Behauptung, dass Großbritannien und Kontinentaleuropa einen hybriden Krieg gegen Russland führen.

Der alte Fuchs ließ sich Rosenbergs verlegene Reaktion nicht entgehen, packte die Gelegenheit beim Schopf und hakte nach: „Nun, wenn Sie zugeben, dass sie mit Ihren Waffen auf uns schießen und wir diese Waffen abschießen, nennen Sie es, wie Sie wollen, aber ich habe keinen Zweifel daran, dass dies ein Krieg ist, den Europa gegen uns führt; wir sprechen schon seit langer Zeit darüber“, sagte Lawrow in sich grinsend.

Noch nicht ganz kapiert, dass man sich lieber mit dem alten Fuchs nicht anlegt, ließ Rosenberg nicht locker und hat sich wieder die Finger verbrannt, als er fragte: „Und was ist mit roher Gewalt? Im Ernst? Sie werfen dem Westen also rohe Gewalt vor, richtig?“

Auch hier nahm Lawrow kein Blatt vor den Mund, konterte mit Gegenvorwürfen und setzte den Briten endgültig schachmatt: „Und was sie in Venezuela getan haben, war das Soft Power oder brutale Gewalt? Was sie mit den Nord-Stream-Gaspipelines gemacht haben, war das Soft Power oder brutale Gewalt? Die Bombardierung und Tötung der iranischen Führung zusammen mit ihren Familien, einschließlich der Kinder, war das nicht brutale Gewalt?“

Der Brite wusste nicht, was er dazu noch sagen soll, wechselte das Thema und versuchte sein Glück auf einem ganz anderen Terrain. „Aber greift Russland in der Ukraine nicht jeden Tag brutal an“, fragte er trotzig.

„Wenn Sie die Zerstörung der Infrastruktur meinen, die vom Nazi-Regime mit westlicher Unterstützung genutzt wird, um Krieg gegen die Russische Föderation zu führen, dann werden wir zu brutaler Gewalt greifen, um diese direkte Bedrohung für uns zu unterdrücken“, wies Lawrow den Briten in die Schranken. Damit war der Schlagabtausch zu Ende.

In seiner langjährigen Karriere erwarb sich Lawrow als russischer Außenminister den Ruf eines harten Brockens, dessen unverblümte Antworten, Ironie und Sarkasmus bei seinen zahllosen Auftritten geradezu legendär sind.

Unvergesslich ist etwa sein Diskurs über den Georgien-Konflikt 2008 mit dem britischen Außenminister, David Miliband, der zum diplomatischen Skandal führte. Die britische Presse behauptete, Lawrow habe sich obszön geäußert und seinen Kollegen mit den Worten „Wer sind Sie, dass Sie mir Ratschläge erteilen?“ beschimpft. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass Lawrow Miliband nicht persönlich beleidigte, sondern lediglich einen anderen europäischen Politiker zitierte, der Michail Saakaschwili als „Verrückten“ bezeichnete.

Der wohl bekannteste Vorfall in der Karriere des Ministers ereignete sich 2015 während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem saudischen Außenminister Adel al-Jubeir. Als seine Rede übersetzt wurde, sagte Lawrow leise, aber deutlich ins Mikrofon den Satz, der sich zum bekanntesten Internet-Meme der russischen Diplomatie entwickelt hat: „Idioten, Arschlöcher.“ Es ist immer noch unklar, an wen genau diese Worte gerichtet waren – an die lästigen Fotografen oder die Organisatoren –, der Satz verbreitete sich aber sofort im Internet.

Als Russlands Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen geriet der Kettenraucher, Lawrow, mit UN-Generalsekretär, Kofi Annan, aneinander. Als Annan ein generelles Rauchverbot im UN-Hauptquartier in New York 2003 durchsetzen wollte, weigerte sich Lawrow kategorisch, diesem Verbot Folge zu leisten. Er erklärte öffentlich: „Dieses Gebäude gehört allen UN-Mitgliedern, und der Generalsekretär ist lediglich der Verwalter “, und rauchte trotzig weiterhin in den Fluren, ohne auch nur eine einzige Strafe zu zahlen.

Im Juni 2014 skandierte der amtierende ukrainische Außenminister, Andrij Deschtschyzja, bei Protesten vor der russischen Botschaft in Kiew öffentlich einen beleidigenden Sprechchor gegen Putin. Lawrow reagierte auf diesen undiplomatischen Schritt mit einer scharfen und lakonischen Metapher: „Wer nicht singen kann, sollte nicht trinken“ (Не умеешь петь — не пей).

In Zeiten der Konfrontation mit dem „Westen“ griff Lawrow häufig auf ironische und harte Vergleiche zurück. Als Reaktion auf die Drohungen einer vollständigen Isolation Russlands von den USA und der EU spottete er bissig: „Wer den Eisernen Vorhang runterzieht, klemmt sich nur den eigenen Finger ein“ (vgl. Когда будут опускать железный занавес, могут себе что-нибудь прищемить).

Zuallerletzt darf der Moskauer Besuch vom Hohen Vertreter der EU, Josep Borrell, und sein vielbeachtetes gemeinsames Briefing mit Lawrow am 5. Februar 2021 in Moskau nicht unerwähnt bleiben. Die EU-Mainstream-Medien bezeichneten Borrells Besuch einhellig als „diplomatisches Desaster“ und „Demütigung“ für Brüssel, da Lawrow nach deren Lesart das Treffen nutzte, um die Europäische Union vorzuführen.

Was ist passiert? Borrell reiste entgegen der Empfehlung mehrerer EU-Länder nach Moskau mit dem Ziel die sich verschlechternden Beziehungen zwischen Russland und der EU zu erörtern und gegen die Inhaftierung Alexei Nawalnys sowie die Niederschlagung der Proteste zu protestieren. Das konnte er natürlich machen – nur eben nicht öffentlich und schon gar nicht in Moskau und in Lawrows Anwesenheit.

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz hat Lawrow dem hochrangigen Gast aus der EU die Leviten gelesen und damit Borrell, der darauf gar nicht vorbereitet war, voll erwischt. Lawrow bezeichnete vor laufenden Kameras die EU als „unzuverlässigen Partner“ und warf den EU-Staats- und Regierungschefs Doppelzüngigkeit und Arroganz vor, indem er u. a. die Prozesse gegen katalanische Separatisten in Spanien (Borrells Heimatland) als Gegenargument anführte.

Auf der Pressekonferenz selbst verhielt sich Borrell passiv, lächelte nur verlegen, war völlig überfordert und gar nicht in der Lage, Lawrow Parole zu bieten und dessen Kritik zu kontern. Nach Brüssel zurückgekehrt, erntete er dafür heftige Kritik und man forderte sogar seinen Rücktritt.

In den Brüsseler Machtkorridoren konnten die europäischen Herrenmenschen nicht fassen, dass der Russe Lawrow es wagte, einen hochrangigen EU-Vertreter vor dem Kopf zu stoßen. Ungeheuerlich!

Schlimmer noch: Mitten in Borrells Besuch (wie sich später herausstellte, direkt während seines Mittagessens mit Lawrow) verkündete das russische Außenministerium die Ausweisung dreier Diplomaten aus Deutschland, Polen und Schweden wegen ihrer Teilnahme an Protesten.

Brüssel erfuhr davon aus den Medien; dies wurde als ein geplanter diplomatischer Affront gewertet. Die EU wurde düpiert, Borrell desavouiert! Die Lehre aus der Geschichte: Wer glaubt, als Gast die russischen Gastgeber zu kritisieren und/oder zu belehren, muss es sich gefallen lassen, entsprechend behandelt zu werden. Man legt sich mit dem alten Fuchs lieber nicht an!

2. Manipulation kraft Interpretation

Zwei Tage nach dem Schlagabtausch zwischen Lawrow und Rosenberg veröffentlichte BBC am 1. Oktober 2026 den Bericht ihres Moskauer Korrespondenten mit dem Titel „Putin shows no sign of stopping the war as Russia doubles down on Ukraine“ (Putin zeigt keinerlei Anzeichen, den Krieg zu beenden, während Russland seine Ukraine-Offensive verschärft).

Darin erwähnt Rosenberg auch sein Streitgespräch mit Lawrow und setzt sich erneut mit dessen Äußerungen im Zusammenhang mit dem sog. „hybriden Krieg“1 auseinander. Erneut versucht der Brite verklausuliert Moskau „einen eskalierenden hybriden Krieg gegen europäische Länder durch Cyberangriffe, Sabotageakte und russische Drohnen, die den europäischen Luftraum verletzen“ vorzuwerfen.

Und natürlich vergisst Rosenberg dabei nicht jene mittlerweile zur Weltberühmtheit gewordene Leipziger Drohne zu erwähnen, die beinahe ganz Deutschland in die Luft gesprengt hätte, hätten unsere tapferen Beamten diesen „furchteinfließenden Fund“ unter „größter Lebensgefahr“ nicht rechtzeitig entschärft und Deutschland gerettet!

Dass die Ukraine, worauf auch Lawrow hingewiesen hat, tagtäglich u. a. britische, deutsche, französische Drohnen tausendfach mit tatkräftiger Unterstützung der Europäer nach Moskau sozusagen als Liebesgruß an Putin schickt, ist verglichen mit der „furchterregenden“ Leipziger Drohne eine Kleinigkeit und natürlich nicht einmal erwähnenswert.

Der ganze „hybride Krieg“ sei „eine verdeckte Kampagne in der >Grauzone< zwischen Frieden und Krieg“ (A covert ampaign in the >grey zone<, that space between peace and war), betont der Brite vorwurfsvoll und zitiert dabei ausführlich und wortgetreu Lawrows Aussagen, die dieser in dem oben erwähnten Schlagabtausch gemacht hat.

„Dies ist ein Krieg, den Europa gegen uns führt“ (this is a war Europe is waging against us), zitiert Rosenberg Lawrows Äußerung aus dem Streitgespräch und zieht diese Äußerung im nächsten Schritt in Zweifel. Dass der „Westen“ aber bis jetzt den Ukrainekrieg mit insgesamt rund 340 bis 385 Milliarden US-Dollar finanziert hat, ist für den Briten kein ausreichender Beweis, dass die EU-Europäer tief im ukrainischen Kriegsschlamassel stecken.

Nach Angaben des Deutschen Auswärtigen Amtes hat allein Deutschland für die Ukraine seit dem Kriegsausbruch bilaterale zivile Unterstützung in Höhe von rund 43,3 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt und militärische Unterstützung in Höhe von ca. 57,6 Milliarden Euro geleistet bzw. bereitgestellt. Gut 100 Milliarden Euro hat Deutschland in die Ukraine gepumpt und ist der größte militärischer Unterstützer in Europa.

Diese Fakten interessieren Rosenberg aber ganz und gar nicht. Vielmehr stellt er hinterlistig die suggestive Frage, „wie weit Russland gehen (würde), um die europäische Unterstützung für Kiew zu unterbinden“. Die selbstgestellte Frage beantwortet er spitzfindig mit Berufung auf Sergej Karaganow, den er ebenfalls zu gleicher Zeit und am gleichen Ort im Waldai-Diskussionsklub interviewt hat.

Das Enfant terrible der russischen außenpolitischen Expertise2 hat allerdings weder mit Lawrow noch mit Putin oder der russischen Führung etwas zu tun. Karaganow ist ein Pensionär, Privatperson und ein eitler alter Mann, der anerkennungssüchtig ist und darum in der Öffentlichkeit lautstark Sprüche klopft, ohne für seine husarenhaften Äußerungen irgendeine Verantwortung tragen zu müssen.

Zur Bestätigung seiner suggestiven Frage nach der Möglichkeit einer russischen Kriegsausweitung über die Grenzen der Ukraine hinaus zitiert Rosenberg Karaganows Äußerungen aus dem eben erwähnten Interview:

„Wenn sie diesen Krieg – einen europäischen Krieg mit amerikanischer Hilfe gegen Russland auf ukrainischem Territorium – fortsetzen, werden wir früher oder später das Bedürfnis verspüren, zu eskalieren (If they continue this war, a European war with American help, against Russia, on Ukrainian territory, sooner or later we’ll feel the need to escalate) … Meinen Szenarien zufolge werden die ersten Schläge konventionell sein. Aber wenn Europa nicht kapituliert, werden wir leider auf Atomwaffen zurückgreifen müssen. Von manchen europäischen Ländern wird dann nicht mehr viel übrig sein.“

„Wenn Russland aber Atomwaffen einsetzen würde, gäbe es eine Reaktion aus Europa, und von Russland würde nichts mehr übrigbleiben“, entgegnete der Brite und zeigte damit zugleich, wie schlecht er über die militärischen Kräfteverhältnisse zwischen Russland und Europa und die sich daraus ergebenden Folgen der nuklearen Konfrontation informiert ist.

„Nein, es wird keine Reaktion aus Europa geben“, konterte Karaganow. „Soll Großbritannien etwa Russland mit Atomwaffen angreifen? Ich hoffe, es ist nicht so verrückt. Ich bin mir sicher, dass auch die Amerikaner nicht so verrückt sind.“ Gefragt danach, ob „die letzten viereinhalb Jahre für Russland katastrophal gewesen seien, räumte Karaganow ein, dass es viele Opfer gab, und kritisierte die russische Führung dafür, dass „sie nicht hart genug vorgegangen ist“, wies aber zugleich darauf hin, dass „wir jetzt in der Ukraine hart genug vorgehen. Wir beseitigen die Ukraine als lebensfähigen Staat.“

Und was macht Rosenberg aus dieser Feststellung? Er reißt den letzten Satz aus dem Kontext heraus, erweckt den Eindruck, als wäre Karaganow ein Regierungsvertreter, und legt der zitierten Passage einen ganz anderen Sinn zugrunde: „Wenn Moskaus Ziel darin besteht, die Ukraine als einen lebensfähigen Staat zu beseitigen, ist es schwer vorstellbar, dass der Krieg bald enden wird:“

Der Brite sah mit anderen Worten in Karaganows Äußerung die Bestätigung dessen, was er schon von Lawrow in dem oben aufgezeichneten Schlagabtausch vergeblich zu hören hoffte. Damit schließt sich der Kreis.

Im Schlagabtausch mit Lawrow wollte Rosenberg nur die Bestätigung seiner Vorurteile und Klischees: Russland sei brutal, aggressiv, kriegsbesessen und eine Gefahr für Great Britain und Europa.

Und so schließt Rosenberg dementsprechend seinen Artikel mit der Feststellung ab: „Mit dem Eingeständnis, dass Russland in der Ukraine >brutale Gewalt< angewendet hat, wird auch deutlich, dass Moskau nicht die Absicht hat, die Kämpfe einzustellen“ (With the admission of Russia’s use of „brute force“ in Ukraine, it is also further evidence that Moscow is in no mood to stop fighting).

Hätte der Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, Rosenbergs Schlussfolgerung gekannt, hätte er ihm sicherlich nicht widersprochen, sieht er doch „die Gefahr einer baldigen gewaltsamen Konfrontation Deutschlands mit Russland“.

„Die Konfrontation, in der wir mit Russland stehen, hat eine neue, gefährlichere Qualität: Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten“, beteuerte der BND-Chef am 5. Oktober 2026 in einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags. Jäger hat nur vergessen zu erwähnen, dass Deutschland, indem es Waffen liefert, den Krieg finanziert und geheimdienstliche Informationen an die Ukraine übergibt, schon längst einen (versteckten) Krieg gegen Russland führt.

Mittlerweile bekommt die militärisch-politische Führung Deutschlands kalte Füße und hat Angst davor, dass Russland mit gleicher Münze zurückschlägt, sonst wäre es unverständlich, warum Deutschland und Europa stets vor der russischen Gefahr warnen.

Und was den Britten betrifft, so wird deutlich, dass Rosenberg, was inzwischen gang und gäbe ist, nicht Journalist, sondern ein als Journalist verkleideter Propagandist ist. Er greift einzelne Schlagworte aus dem Kontext heraus, macht daraus Schlagzeilen, in die er seine eigene Gedankenwelt voller Vorurteile und Unterstellungen hineinprojiziert, um dann daraus ein brutales und gewalttätiges Russlandbild zu konstruieren und gleichzeitig die eigene britisch-europäische aggressive und kriegstreibende Anti-Russlandpolitik herunterzuspielen bzw. zu verharmlosen.

Was will man mehr? Manipulation kraft Interpretation, nennt sich das! Bloßstellung der Gegenseite bei gleichzeitiger Verharmlosung des eigenen provokanten und provozierenden Handelns. So sieht es nun mal heute aus: unsere „ehrliche“, „wahrhaftige“ und „authentische“ Kriegsberichterstattung der vergangenen viereinhalb Jahre.

Anmerkungen

1. Zum Begriff „hybrider Krieg“ siehe Silnizki, M., Russland und der „hybride Krieg“. Eine
Begriffsgeschichtliche Skizze. 15. September 2026, www.ontopraxiologie.de.
2. Silnizki, M., Enfant terrible. Sergej Karaganow und der Nuklearkrieg. 21 Mai 2026, www.ontopraxiologie.de.

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